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9. Hagener Herz-Kreislauftag vom 14. Marz 2009
Wegen des hohen Interesses am Thema Medizinisches Anti-Aging nach dem 6. Hagener Herztag wurde der 9. Hagener Herztag auf vielfältiges Verlangen hin erneut diesem Thema gewidmet. Das Besucherinteresse im März 2009 war enorm.
Warum altert der Mensch?
9. Hagener Herztag der Herz-Kreislauf-Liga am 14. März in der Stadthalle Hagen
Wegen des außergewöhnlichen Interesses des im Frühjahr vorigen Jahres von der Herz-Kreislaufliga Hagen e.V. ausgerichteten Herztages mit der Frage "Warum altert der Mensch? - Wirksame Therapien dagegen" sind verschiedene Organisationen, hierunter Presseorgane, Apotheker und u.a. der Vorstand der Reformhäuser Deutschlands an den i. Vorsitzenden des Vereins, Dr. med. Axel Liebermann, niedergelassener Kardiologe in Hagen, herangetreten mit der Frage, ob die Liga das damals begonnene Thema nicht im Rahmen der regelmäßig abgehaltenen Herztage weiterführen möchten. Dementsprechend plant Dr. Liebermann nun am 14. März 2009 den 9. Hagener Herztag und widmet diesen unter Beteiligung vieler Experten zum zweiten Mal dem Thema des menschlichen Alterns.
Aufgrund der sprunghaften Fortschritte in der modernen Genanalytik und -therapie einerseits und der freien Radikalen-Forschung andererseits war es ohnehin die Intention der Herz-Kreislaufliga eine permanente Aktualisierung des Themas zumindest im Jahresrhythmus durchzuführen. Zumal das Besucherinteresse des vorigen Jahres gezeigt hatte, dass hier ein hohes Interesse der Allgemeinheit besteht.
Entsprechend soll in diesem Jahr erneut der Einfluss des Erbgutes auf das Alter und mögliche erste Therapien in diesem Zusammenhang einerseits und auf das Gefäßaltern im speziellen und der freien Radikale auf das Altern andererseits und hier auf das Gefäßalter im speziellen weiter spezifiziert und vertieft werden.
Dem Leiter und Moderator der Herztage, Dr. Axel Liebermann, sind die entsprechenden Fortschritte bekannt, da er für sich, was wissenschaftliche Veröffentlichungen in diesem Zusammenhang angeht, auf dem Laufenden gehalten hat. "Schon jetzt gilt mein besonderer Dank den Mitveranstaltern, hier insbesondere der Deutschen Herzstiftung, den Vertretern aus dem Krankenkassenbereich sowie des Deutschen Herzstiftung e. V., die ihre Mitwirkung bereits mündlich zugesagt haben, und nicht zuletzt der Sparkasse Hagen."
Eine kurze Übersicht über die bisherige Referentenliste, die allerdings noch nicht ganz vollständig ist, jedoch ausschließlich Referenten umfasst, die definitiv ihre Zusage zum 9. Herztag mitgeteilt haben, zeigt, dass es lohnt, sich den 14. März schon jetzt im Kalender anzustreichen:
9. Hagener Herztag
Nicht zu altern ist eine Herzenssache
Hagen, 10.03.2009, Christoph Bauer

Ist gegen das Altern kein Kraut gewachsen? "Doch", sagt Dr. Axel Liebermann. Der Kardiologe organisiert die Hagener Herztage, die sich in diesem Jahr wegen des großen Interesses mit "Anti Aging", also der Verzögerung der körperlichen Alterung, beschäftigt. Christoph Bauer sprach mit ihm.
Keinen Sport, Stress , Zigarren auf Lunge , reichlich Alkohol und Essen: Warum wurde Churchill so alt?
Dr. Liebermann: Das wissen wir heute. Eine spezielle Sequenz seiner Erbinformationen unterscheidet sich vom üblichen Muster. Deshalb schadeten ihm die genannten Faktoren nicht. Diese eigenschaft hat ein Teil der Bevölkerung, allerdings deutlich unter zehn Prozent.
Ist die genetische Veranlagung denn wichtiger als das persönliche Verhalten?
Die Masse der Herzerkrankungen ist genetisch programmiert, aber es ist unterschiedlich, wie stark das durchschlägt. Dies kann jedermann beeinflussen.
Was lässt uns denn Altern?
Eine große Rolle spielen dabei die "Freien Radikale". Das sind Substanzen, die sehr stark oxidieren. Sie schädigen Eiweiße, Fett, DNA und Zellmembranen.
So ähnlich wie Rost auf Eisen?
Ja, das könnte man so sagen. Wir müssen aber zwischen zwei Arten der Freien Radikale unterscheiden. Den exogenen, also denen, die von außen in den Körper gelangen, und den endogenen, jenen, die in unserem Körper entstehen.
Was kann der Arzt tun?
Er kann vor allem erst einmal die richtigen Fragen stellen:
Was für einen Arbeitsplatz hat der Patient? Welchen Belastungen ist er ausgesetzt? Hat er chronischen Stress?
Stress fördert auch die Alterung des Körpers?
Sogar wesentlich. Ich meine nicht den positiven Stress, sich also mit Freude zu engagieren. Aber chronischer, belastender Stress fördert vier Stresshormone. Diese regen die Freien Radikale an. Dies beschleunigt nicht nur den Alterungsprozess, sondern auch Erkrankungen wie Alzheimer, Rheuma und Krebs.
Nennen Sie uns bitte Beispiele!
Von außen kommen etwa die Belastungen durch den Verkehr: Stickoxide oder Kohlenmonoxid. Je mehr wir dem Verkehr ausgesetzt sind, desto schneller altern wir. Dazu kommt Zigarettenrauch und übermäßiges UV-Licht. Lange Sonnenbäder lassen uns schneller altem.
Was kommt von innen?
Da ist an erster Stelle die Ernährung zu nennen. Ein Überangebot für den Körper schädigt ihn.
Warum?
Die Energie wird in Zellkraftwerken, den Mitochondrien, verarbeitet. Diese produzieren Sauerstoff, den wir benötigen. Bekommen sie zu viel "Brennstoff", produzieren sie Stoffe wie Superoxid, Hydroxylgruppen oder Wasserstoffperoxid. Diese Stoffe schädigen unseren Körper.
Gibt es da Abhilfe?
Aber ja, zunächst einmal: nicht überernähren. Dann: Sport treiben. Das verbraucht Energie und entzieht dem Blut überflüssigen Zucker. Damit kann auch eine Altersdiabetes deutlich nach hinten geschoben werden, wenn sogar vermieden werden.
Wie viel Sport ist da vonnöten, damit es eine Wirkung erziehlt ?
Mindestens zweimal die Woche 20 Minuten. Dabei sollte der Puls schon mal richtig ansteigen, die Faustregel ist: 220 minus Lebensalter. Den Wert sollten Sie schaffen.
Kann ich die "Freien Radikalen" noch auf anderem Wege bekämpfen? Es gibt eine große Zahl von "Radikalen Fängern", die die Freien Radikale abfangen, bevor sie die Zellen erreichen. Dies sind etwa die Vitamine E und C, sowie die Vitamine Bi, B6 und B12. Außerdem Folsäure, Zink, Mangan oder Selen.
Das bekomme ich doch in gebündelter Form in Apotheken oder Drogerien.
Ja, das können Sie auch nehmen. Die Frage ist allerdings, welchen und wie viel dieser Stoff ein Mensch individuell benötigt. Das können wir heute aus einem Tropfen Blut bestimmen. In einigen Apotheken gibt es bereits entsprechende Geräte. Die erkennen, wie viele Freien Radikale in Ihrem Körper sind und wie viele Radikalen Fänger Sie benötigen.
Kann ich mir so etwas in Hagen anschauen?
Ja, am besten auf den Herztagen. Dort ist ein speziell dafür ausgebildeter Apotheker vor Ort, der dies für jedermann vorführt.
Gesundheit
Mittel gegen das Altern: Viel Bewegung bleibt das A & 0
Hagen, 15.03.2009, Boris Ludwig

Jetzt mal ganz unpolitisch gefragt: Was ist Ihr Rezept im Umgang mit "Freien Radikalen"? So viel sei schonmal gesagt: Eigentlich helfen weder Demonstrationen noch Überwachungskameras.
"Freie Radikale sind reaktionsfreudige Stoffe, die eigentlich überall im Körper vorkommen", bringt Apothekerin Renate Liffers Licht ins Dunkel. Die Freien Radikale werden verursacht durch Alkohol, Rauchen oder Stress und mitverantwortlich gemacht für eine ganze Reihe von Krankheiten: "Alterszucker, Augenschwäche, Demenz, vielleicht sogar Krebs", zählt Liffers auf. Gegen die körpereigenen Extremisten hilft nur ein beherzter Griff in die Obstschale. Und natürlich eine gesunde Lebensweise.
Auf die Freien Radikale achten
Ausreichend Tipps zu deren Umsetzung bot der zweite Anti Aging Kongress der Herz-Kreislaufliga Hagen. Quer durch die Stadthalle widmeten sich Aussteller Therapie- und Vorbeugung gegen das Altern. Zurück bei den freien Radikalen am Messestand der Apotheken wird's jetzt blutig. "Wir brauchen eine kleine Probe", sagt die Apothekerin. Es piekst nur kurz und schon wird eine Probe entnommen. "Die Analyse dauert jetzt zehn Minuten", heißt es. Genug Zeit, sich einmal genauer bei den anderen Ausstellern umzuschauen. Auf den Spuren der gesunden Ernährung landen wir beim Reformhaus Haasler. Dort werden westfälische Essgewohnheiten auf eine harte Probe gestellt. "Drei mal in der Woche Wurstaufschnitt reicht aus, um den Fleischbedarf zu decken", sagt Gabriele Haasler. Und noch ein Tipp hat die Reformhauschefin parat: Billiges Speiseöl führe zu Gefäßablagerungen. "Das ist zurückzuführen auf sogenannte Transfettsäuren - Ersatzstoffe in Billigprodukten."

